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European Dyslexia Association
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European Dyslexia Association

Richtlinien erstellt von der EDA, übersetzt ins Deutsche vom Kärntner Landesverband Legasthenie
korrigierte Version vom 8. März 1999

Die "European Dyslexia Association (EDA)" wurde 1987 als eine freiwillige, international-koordinierende Organisation aus Legastheniker-Vereinigungen in Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Norwegen gegründet. Sie wurde als eine Wohltätigkeitsorganisation gemäß den belgischen Statuten geschaffen.

Die EDA ist mittlerweile in 27 Ländern bzw. Territorien (innerhalb und außerhalb Europas) durch 37 Organisationen, die entweder nationale oder regionale Legastheniker-Vereinigungen sind, präsent.

Die EDA hat als eine unpolitische Organisation Beratungsstatus in der EU und im Europäischen Konzil. Der Vorstand der EDA hat drei Sitzungen pro Jahr und jedes zweite Jahr gibt es eine Generalversammlung für alle Mitglieder, in der der Vorstand aus den nominierten Mitgliedern gewählt wird. Jedes Vorstandsmitglied ist aus einem anderen Land.

Mitglieder

Die Mitglieder sind in der nationalen Legastheniker-Vereinigung oder in anderen Vereinigungen, die sich mit Legasthenie beschäftigen. Auch einzelne Privatpersonen können Auskunft über die Aktivitäten und Konferenzen erhalten, die in den verschiedenen Ländern stattfinden. Zu den Mitgliedern der EDA zählen 14 der 15 EU-Staaten und viele andere des Europäischen Konzils. Unter den Mitgliedern sind auch Legastheniker-Vereinigungen in Brasilien, Indien, Israel und Quebec.

Die Ziele der EDA

· Unterstützung für Legastheniker, um ihre pädagogische, soziale und kulturelle Integration in der Gesellschaft zu fördern und aufzubauen.

· Kooperation zwischen Eltern, Lehrern und anderen Professionen zu fördern.

· Information über ihre Aktivitäten zu veröffentlichen und die Erforschung der Ursachen, Diagnosen, Interventionen und Präventionen zu unterstützen.

· Komparative Studien zu unternehmen und weltweit mit anderen Vereinigungen, die ähnliche Ziele haben, zu kooperieren.

Aktivitäten

Die EDA hat eine Kampagne in den Mitgliedsländern für das frühzeitige Erkennen von Legasthenie organisiert. Eine Kampagne zur Lehrerausbildung wurde auch organisiert, die das pädagogische Establishment in den Mitgliedsländern zu überzeugen versucht, daß alle Lehrer im Laufe ihrer Ausbildung etwas über Legasthenie erfahren sollten. Die Idee für diese Schrift ist eine Folge dieser Kampagne. Ihre Kriterien wurden nach Absprache in zehn europäischen Länder vorbereitet.

Die Vereinigung stellt ein Forum für internationale Diskussion, Kooperation und Dialog dar, um die Chancen für gleiche Ausbildung, Beschäftigung und persönliche Erfüllung für Legastheniker zu verbessern. Die EDA hat bei der Organisation vieler Konferenzen geholfen, die von einigen Ländern veranstaltet wurden. Die letzte war ein Jugendkongreß in Hannover, Deutschland im Juli 1997, der das Verbessern der Beschäftigungschancen von jungen Legasthenikern in der EU zum Thema gehabt hat.

Finanzierung

Finanziert wird die EDA von seinen Mitgliedern, von Publikationen, von Sponsoren und als Mitglied des EDF (Europäisches Behindertenforum). Durch diese Organisation bekommt die EDA Geld von der Europäischen Kommission.

 

Richtlinien zur Ausbildung von Lehrern legasthener Schüler

 

Einleitung

Die EDA-Kampagne zur Förderung des gemeinsamen Dialogs über Probleme von Legasthenikern (in allen Altersgruppen) in den pädagogischen Einrichtungen, die Lehrer ausbilden, hat einige EDA Mitglieder dazu bewegt, die EDA zu ersuchen, Richtlinien zur Ausbildung von Lehrern legasthener Schüler zu gestalten.

Die Vereinigung hat über diese sehr wichtige Sache nachgedacht und empfiehlt die folgenden Richtlinien (die den Ergebnissen aktueller Forschung entsprechen) als Basis für eine erfolgreiche Lehrerausbildung, die überall akzeptiert werden kann (mit lokalen Anpassungen).

Als wir über diese Richtlinien nachdachten, war es uns immer bewußt, daß Legastheniker anders lernen und deshalb mit viel Verständnis und auf andere Art als konventionell unterrichtet werden müssen. Wenn Legastheniker am Anfang kein grundlegendes Wissen in Lesen, Schreiben, Rechtschreibung und Zählen haben, dann verschwenden ihre Lehrer einfach ihre Zeit, wenn sie versuchen an einem national festgelegten Studienplan festzuhalten. Dabei frustrieren sie unbewußt ihre Schüler und schaffen die Grundlage für zukünftige Verhaltensprobleme.

Für eine Erklärung von ‘Legasthenie’ siehe Seite 5.

Weil die legasthenen Kinder in so vielen Ländern die mehr oder weniger gleichen Schwierigkeiten beim Lernen haben, ist die Vereinigung überzeugt, daß das Bedürfnis nach einem Bewußtsein universal ist.

Manche Kinder werden erst in der Oberschule als Legastheniker erkannt, nämlich dann, wenn in manchen Ländern die intellektuelle Herausforderung sehr groß wird und die Kompensationsstrategien der Schüler nicht mehr ausreichen.

Das heißt nicht, daß es legasthenen Kindern erlaubt sein sollte, den nationalen Lehrplan zu meiden, sondern, daß ihre Probleme frühzeitig, als eine Folge ihre Legasthenie erkannt werden sollten, so daß sie angemessenen Unterricht bekommen, der es ihnen ermöglicht, am nationalen Lehrplan schon mit neun oder zehn Jahren teilzunehmen.

Für die Kinder, die schon in der Unterstufe als Legastheniker erkannt worden sind, sollen die Lehrer in der Oberschule den Unterricht mit Verständnis und Sympathie fortsetzen können und auch wissen, wo sie die Technologien (Computer und Textverarbeitungsprogramme) bekommen, um den Lehrplan zu ergänzen.

Es ist wichtig, daß alle Lehrer wissen, was Legasthenie ist. Viele Probleme, die mit Legasthenie eng verbunden sind, sind weitgehend gleich in jedem Land, und 2% der Bevölkerung sind sehr schwer, 2% mittelschwer und 8% bis 10% leicht davon betroffen. Allein in der EU heißt dies 8% der Bevölkerung - 30 Millionen Kinder und Erwachsene. Es wird angenommen, daß Legasthenie eine der größten Gruppen von Behinderten darstellt.

Wenn nur den 4% schwer Betroffenen geholfen werden könnte, würde das 14,5 Millionen Menschen in der EU und viele Millionen mehr in ganz Europa bedeuten. Um diesen Leuten professionell zu helfen, wird eine Norm nötig sein. Kurse, die Lehrer für das Unterrichten legasthener Schüler weiterbilden, sollen diese Norm kennen und auf diese Rücksicht nehmen.

 

Richtlinien für Kurse oder Qualifikationskriterien.

Während es in manchen Länder bestehende Kurse und Qualifikationen für Lehrer legasthener Kinder gibt, gibt es in anderen wieder weniger. Es wird deshalb zur Kenntnis genommen, daß Kurse in den verschiedenen Länder sehr unterschiedlich sein werden (auch wegen der Eigenheiten der verschiedenen Sprachen). Trotzdem glauben wir, daß die folgenden Grundelemente in jedem Kurs sehr hilfreich für die Lehrer von Kinder als auch Erwachsenen sein würden:

· Ein wesentliches Wissen über Legasthenie und aktuelle Praxis

· Eine Unterrichtsmethode, die das Hören, Sehen und Berühren zusammen mit den feinmotorischen Bewegungen vereint. Diese Methode sollte aufeinander folgend, kumulativ unterrichtet werden, so daß das Lernen in logischen Schritten erfolgt.

· Das Wissen über die Entwicklung des Kurz- und Langzeitgedächtnis.

· Das Wissen über die Entwicklung der großmotorischen Bewegungen und über die Probleme, die mit der Lateralität verbunden sind.

· Ein hohes Niveau an praktischem und kontrolliertem Inhalt.

· Die Fähigkeit, den speziell erlernten Unterricht in der Klasse umzusetzen.

 

DETAILS DES KURSLEHRPLANES

Zusammenfassung des Lehrplanes

Dies ist eine Zusammenfassung des vorgeschlagenen Kurslehrplans. Jedes Thema wird im folgenden Detail vorgegeben. Diese Liste ist nur ein Vorschlag und kann adaptiert werden, um die Ideen über den Inhalt jedem Land anzupassen.

 

Details des Lehrplanes

  • A. WISSEN UND VERSTEHEN VON LEGASTHENIE-SPEZIFISCHEN LERNSCHWIERIGKEITEN (SPECIFIC LEARNING DIFICULTIES: SLD).

  • 1. Relevante Geschichte

    Schaffe eine inhaltliche Zusammenfassung, um den Lehrern zu helfen, das aktuelle Wissen über Legasthenie/SLD zu verstehen!

    Ziehe Hinweise auf frühere Arbeiten im eigenen Land und in der eigenen Sprache ein. Berücksichtige Entdeckungen des neunzehnten Jahrhunderts über Hirnfunktionen und die ersten Studien über Wortblindheit. Berücksichtige auch die Arbeit des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, die zu der Entwicklung von spezifischen Unterrichtsmethoden geführt hat.

     

    2. Definitionen und Beschreibungen

    a. neurologische, psychologische und pädagogische Perspektiven

    b. ausschließende versus einschließende Definitionen

    c. Proben von aktuellen Definitionen und Beschreibungen:

    (i) "Legasthenie ist eine komplexe, neurologische Verfassung, die einen körperlich bedingten Ursprung hat. Die Symptome können viele Bereiche von Lernen und Funktionen beeinträchtigen und können als ein spezifisches Problem beim Lesen und Schreiben und mit der gesprochenen Sprache beschrieben werden. Einer oder mehrere von diesen Bereichen kann beeinträchtigt sein. Das Rechnen, die Notenschrift, Motorikfunktion und Organisationsfähigkeiten können auch verwickelt sein. Aber, sie hat speziell mit dem Meistern der geschriebenen Sprache zu tun, obwohl die gesprochene Sprache auch zu einem gewissen Grad beeinträchtigt sein kann."

    (British Dyslexia Association Handbook 1997)

    (ii) "Legasthenie ist eine Störung mit neurologischem Ursprung, oft vererbt, die die Erwerbung und Erarbeitung der Sprache verhindert. Sie ist unterschiedlich stark und offenbart sich durch Schwierigkeiten in der aufnehmenden und ausdrückenden Sprache, inklusive phonologische Erarbeitung, im Lesen, Schreiben, Rechtschreiben, Handschrift und manchmal im Rechnen. Legasthenie ist keine Folge von Motivationsmangel, Sinnesschädigung, unzulänglichen Ausbildungs- oder Umweltmöglichkeiten, noch anderen beschränkenden Umständen, aber sie kann mit diesen Umständen vorkommen. Obwohl Legasthenie lebenslang ist, reagieren Personen mit Legasthenie oft erfolgreich auf zeitliche und passende Intervention.

    (The Orton Dyslexia Society of America - adopted 1994)

    (iii) "Legasthenie: große Schwierigkeiten beim Lernen von Lesen und Schreiben, durch das langsame Kodieren von Buchstabenmustern in Sprachlauten und Lautmustern verursacht. Legastheniker haben besondere Schwierigkeiten mit geschriebenen Wörtern, die sie zuvor nie gesehen haben. Ihre Verlesungen und Verschreibungen sind oft nicht im Einklang mit gewöhnlichen Buchstaben - Laute Übereinstimmungen, z.B. tale als table, oder her als his geschrieben. Im Jahre 1990 haben sich sieben Prozent der dänischen Erwachsenen als Legastheniker bezeichnet, während drei Prozent Schwierigkeiten beim Lesen von alltäglichen Texten gehabt haben. Legasthenie wird nicht durch niedrige Intelligenz, Sehproblemen oder Schwierigkeiten beim Unterscheiden von links und rechts verursacht. Die meisten Legastheniker sind schlecht beim Auseinandernehmen der einzelnen Sprachlaute (Phoneme) aus dem deutlichen Sprechen heraus. Diese Phoneme, die den Buchstaben entsprechen, sind die Basis der geschriebenen Sprache. Also, Legasthenie kommt oft mit anderen Sprachschwierigkeiten vor (z.B. Dysphasie). Symmetrie zwischen dem rechten und linken oberen Teil der Schläfenhirnrinde (temporal cortex) wurde in schweren Fällen von Legasthenie gefunden, wobei linke Asymmetrie normal ist. Eine Neigung zu Legasthenie wird vererbt. Dies ist der Grund für die Schwierigkeiten mit Buchstaben / Laute, die charakteristisch für Legasthenie sind, und auch für die Schwierigkeiten mit dem Segmentieren von Phonemen. Die meisten Legastheniker können mindestens grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten erwerben. Früher, systematischer Sprach- und Leseunterricht hat sich als besonders effektiv erwiesen.

    (Von The Great Danish Encyclopedia, Carsten Elbro, Research Professor, Ph.D.)

    (iv) ‘Legasthenie’ ist die Bezeichnung für eine Schwäche in der Erwerbung von Lesen, Schreiben und Rechtschreiben, die weder einer geschädigten Kognitiventwicklung noch einem uneffizienten Unterricht zugeschrieben werden kann.

    (Bundesverband Legasthenie e.V., Definition des Wissenschaftlichen Beirates, Germany)

    3. Eigenschaften und Manifestationen (Legasthenie-SLD als Syndrom)

    a. allgemeine Fähigkeit - Erfolgsdiskrepanzen

    b. Schwierigkeiten bei der Erwerbung und Verwendung von Wörtern, dem Lesen von Texten, der Rechtschreibung und dem Schreiben

    c. Probleme beim frühen Erwerb der Sprache

    d. Schwäche des Arbeitsgedächtnisses (Gehör und/oder Seh-Kurzzeitgedächtnis)

    e. phonologische Erarbeitungsschwächen (z.B. das Verschlüsseln, das Herausholen und das Verwenden von Codes)

    f. Schwierigkeiten bei der Integration der Sinnesmotorik und Koordinationsprobleme

    g. verschiedene Hirnfunktionen, die Fähigkeiten in manchen Bereichen erzeugen

    h. Probleme mit der (Hör- und/oder Seh-) Reihenfolge

    i. Organisationsprobleme

    j. charakteristische Muster oder Profile bei der Untersuchung des "Erkenntnis-Vermögens" (z. B. WISC III "ACID" Profil)

    4. Häufigkeit und Verbreitung

    a. Bereiche der nationalen und internationalen Ergebnisse (z. B. 2% - 8%)

    b. das Vorkommen in Familien / genetische Faktoren

    c. Verhältnis zwischen männlich und weiblich ist 4:1

    5. Ätiologie

    a. neurologische Beteiligung

    b. biologische Beteiligung

    c. kognitive Beteiligung

    d. pädagogische Faktoren

    6. Verwandte Konditionen

    a. Aufmerksamkeitsdefizit

    b. Aufmerksamkeitsdefizit - Hyperaktivität

    c. Hyperaktivität

    d. Hypoaffektivität

    e. Aphasie

    f. Dysphasie

    g. Behinderung der spezifischen Sprache

    h. Dysgraphie

    i. Dyspraxie

    j. Dyskalkulie

    k. Sekundäre Emotionsprobleme; Probleme im Benehmen

    B. Das Wissen und Verstehen von normaler Kindesentwicklung

    1. Das Gehirn (inklusive Funktionssysteme, Hemispherität und Lateralität)

    2. Sinnesentwicklung und zwischensinnliche Integration

    3. Wahrnehmungsentwicklung

    4. Entwicklung der Motorik (fein und groß)

    5. Erwerbung der geschriebenen Sprache

    6. Erwerbung der gesprochenen Sprache

    7. Gedächtnis

    8. Selbstachtung

    9. Motivation

    10. Zweisprachigkeit

    C. GENERELLES GRUNDWISSEN

    1. Ursachen von Lernschwierigkeiten

    a. allgemein niedrige kognitive Fähigkeiten (und /oder spezifische kognitive Schwächen)

    b. physische Behinderungen (inklusive Sinnes-Defizite)

    c. spezifische Lernschwierigkeiten

    d. primäre Emotionalstörungen

    e. sozio-ökonomische Faktoren

    2. Das Verstehen von psychologischen Berichten (und anderen relevanten Disziplinen)

    a. Zweck, Interpretation, praktische Verwendung

    b. gemeinsame Terminologie

    c. Geheimhaltung

    3. Die Beziehung zwischen der gesprochenen und der geschriebenen Sprache

    a. phonemische Struktur

    b. Wahrnehmung von Geräuschen und Symbolen

    c. orthographische Regeln

    d. Syntax

    e. Semantik

    4. Modelle des Lesens

    Wissenschafter haben den Leseprozeß auf verschiedene Arten zu erklären versucht. Den Lehrern müssen nun diese verschiedenen Stile gezeigt werden und die Folgen eben dieser auf den Leseunterricht und das Einschreiten bei Leseschwierigkeiten. Berücksichtige das " von unten-hinauf", das " von oben-hinunter", und das "interaktive" Modell.

    5. Stil des Schreibens

    a. Geschichte und Ursprünge der geschriebenen Sprache

    b. Aspekte der geschriebenen Sprache (z. B. Struktur, Syntax, Zeitfolge, Bedeutung)

    c. Entwicklung von Worterkennungsfähigkeiten d. Entwicklung von Textlesefähigkeiten (inklusive Genauigkeit, Verständnis, Geläufigkeit und Schnelligkeit)

    e. Entwicklung von Rechtschreibfähigkeiten

    f. Entwicklung von Handschreibfähigkeiten

    g. Planen und Erzeugen von Texten (Kompositions- und Transkriptionsfähigkeiten)

    h. Entwicklung von Schreibschnelligkeit

    6. Das Lernen und Unterrichten von Stil

    a. Erkennen von Lernstil

    b. Erkennen von Unterrichtsstil

    c. Paaren von Unterrichtsstil mit Lernstil

    d. Anpassung des Unterrichtsstils

    7. Informationstechnologie

    a. Tastatur- und Textverarbeitungsfähigkeiten

    b. Lernen mit Hilfe des Computers

    c. Einschätzung der Verwendung durch Lehrer und Psychologen

    8. Lehrplan-Anforderungen

    a. Schwierigkeiten, die durch den Lehrplan verursacht werden

    b. Anpassung des Lehrplans

    c. Aussuchen und Anpassen der Bücher und Unterlagen

    d. Anpassung der Lehrmethode

    9. Bewältigung von Prüfungen

    a. Vorsorge für die Beurteilung treffen

    b. Vorsorge für die Studenten während der Prüfungen treffen

    c. Anpassung der Prüfung auf den Schüler

    10. Kommerzielle Unterlagen und Unterrichtsprogramme für Legasthenie/SLD

    11. Lernen von anderen Fächern

    a. zweite Sprache

    b. Arithmetik und Mathematik

    c. Musik

    d. Kunst

    e. technische Grafik und mechanisches Zeichnen

    f. Sportarten; Turnen

    g. Wissenschaften; Geographie, Geschichte

    h. praktische Berufsausbildung (z. B. Kochen, Tischler- und Gartenarbeiten)

    D. Einschätzung und Bewertung (Information und Ausbildung)

    1. Untersuchung des kognitiven Vermögens

    a. gewöhnliche, begrenzte Tests, die von Psychologen verwendet werden

    b. Tests von anderen Professionen

    c. die Verwendung der Ergebnisse in der Identifizierung und Quantifizierung von Legasthenie/SLD

    2. Erwerbungstests (z.B. standardisierte Tests für Lese-,Schreib- und Rechen- Fähigkeiten)

    a. normal verfügbare Tests

    b. Testaufbau und Testterminologie

    c. Auswahl des Tests

    d. Verwaltung des Tests

    e. Interpretation der Ergebnisse

    f. Bericht der Ergebnisse

    3. Informelle Untersuchungen

    a. Arten der informellen Untersuchungen (z.B. Kriterienanalyse, Fehleranalyse, Irrtumsanalyse)

    b. Konstruktion von informellen Tests

    c. Verwendung und Interpretation von informellen Tests

    4. In den Schulen verwendete Tests (örtlich und/oder national)

    a. Art und Verwendung

    b. Interpretation der Ergebnisse

    5. Frühe Erkennung von Kindern, die Legasthenie/STD-gefährdet sind

    a. Zweck und Verwendung

    b. verfügbare Tests

    c. verfügbare Prüflisten

    d. Interpretation der Ergebnisse von Tests und Prüflisten

    6. Tests für Legasthenie/SLD

    7. Überweisung

    a. Überweisungsprozeduren

    b. Rollen von anderen Disziplinen in der Identifikation und Einschätzung von Legasthenie/SLD (inklusive praktischer Ärzte, Augenärzte, Sprach- und Sprechtherapeuten, Beschäftigungstherapeuten, Psychotherapeuten, etc.)

    8. Beobachtungstechniken

    a. Rolle in der Einschätzung von Legasthenie/SLD

    b. formelle Beobachtungsliste

    c. Gestalten von informellen Beobachtungslisten

    d. Verwendung und Interpretation von Dateien.

    E. EINSCHREITEN

    1. Medizinisches und indirektes Einschreiten

    a. z.B. psychopharmalogisches, chiropraktisches Einschreiten

    b. z.B. Sinnes-, Wahrnehmungs- und/oder Motorikübungen oder Training

    2. Direktes und akademisches Einschreiten

    a. Verhaltensmethoden (z.B. direkter Unterricht)

    b. Unterrichtsmethoden (z.B. Präzisionsunterricht)

    c. Kognitivmethoden (z.B. kognitive Modifikation der Verhaltensweise, neurolinguistische Strategien)

    d. Begabung durch Unterrichtsinteraktionen (z.B. Multimodalitätsunterricht, Modalitätsübereinstimmen)

    3. Spezielles Wissen von Multisinnes-Techniken

    a. Geschichte und Entwicklung

    b. Gründe und Grundprinzipien

    c. Gestaltung und Verwendung von Multisinnes-Materialien

    d. kommerzielle Multisinnes-Unterrichtsprogramme

    4. Akustische und visuelle Ganzwort-Lerntechniken

    a. Geschichte und Entwicklung

    b. Gründe und Grundprinzipien

    c. kommerzielle Multisinn-Unterrichtsprogramme (die eine individualisierte Methode erlauben)

    5. Akustisches Bewußtsein und Grapheme-Phoneme Übereinstimmung

    a. aktuelle Forschungsergebnisse

    b. Implikationen für Anfangsunterricht und Abhilfe

    c. verfügbare Tests und Unterrichtsprogramme

    6. Kumulative- und sprachenstrukturierte Unterrichtsmethoden

    a. Laut-Symbole Verhältnisse

    b. Grammatik und Syntax

    c. Morphologie und Semantik

    7. Einbeziehen der Eltern

    a. Beschaffung von emotioneller Unterstützung

    b. Beschaffung von Lernunterstützung

    8. Überweisung

    a. Überweisungsprozedur

    b. Rolle anderer Disziplinen in der Intervention von Legasthenie/SLD

    9. Bedürfnisse der Erwachsenen mit Legasthenie/SLD

    a. Emotionelle Bedürfnisse

    b. Ausbildungsbedürfnisse

    c. Sozio-kulturelle Bedürfnisse

    10. Bewußtsein der Rolle von Spielen

    a. für das Anfangslernen

    b. für die Verstärkung und Konsolidation des Lernens

    c. Auswahl von verfügbaren Materialien

    11. Praktisches Wissen von Strategien in der Entwicklung und/oder Kompensation für Schwierigkeiten in den folgenden Bereichen:

    a. Reden und Sprache

    b. Gehörverarbeitung

    c. Visuelle Verarbeitung

    d. Gedächtnis

    e. Aufeinanderfolgen

    f. Orientierung

    g. Richtungen

    h. Koordination der visuellen Motorik / handwerkliche Geschicklichkeit

    i. Grobmotorische Fähigkeiten

    j. Organisation

    k. Aufmerksamkeit/Konzentration

    l. Erkenntnis

    m. Denken

    n. Selbstachtung

    o. Motivierung

    p. Soziale- und zwischenmenschliche Fähigkeiten

    q. Zweisprachigkeit

    r. Lernfähigkeiten

    s. Lernübertragung

    t. Lateralität/Handschrift

    u. andere relevante Fähigkeiten

    F. Entwicklung der eigenen Fähigkeiten des Lehrers

    1. Zwischenmenschliche- und Kommunikationsfähigkeiten

    2. Beratungsfähigkeiten

    3. Selbstbehauptungsfähigkeiten

    4. Zeitmanagementfähigkeiten

    5. Berichtschreibfähigkeiten

    6. Beobachtungsfähigkeiten

    7. Einschätzungsfähigkeiten

    G. Unterrichtspraxis

    Nach dem Erwerb des Wissens und der Fähigkeiten in den vorausgehenden Bereichen soll der Lehrer Personen verschiedener Altersgruppen zugeteilt werden. Der Lehrer soll dazu aufgefordert werden, die verfügbaren Testinformation zu verwenden und, wenn erforderlich, zusätzliche Tests zu machen, um dann individuelle Unterrichtsprogramme für jeden Studenten zu gestalten. Der Lehrer soll ein Tagebuch mit den Kurz- und Langzeitzielen, den verwendeten Methoden und Materialien und den Ergebnissen führen. Der Lehrer soll dazu aufgefordert werden, diese Studenten für eine bestimmte Mindestzeit zu unterrichten. Jeder Unterricht soll unter Aufsicht erfolgen.

    Die Bedeutung von diesem Teil eines Unterrichtskurses für beaufsichtigte Unterrichtspraxis kann nicht genug betont werden.

     

    Schluß

    Es wird betont, daß dies ‘Richtlinien’ sind und daß die vorausgehenden Listen an das praktische Unterrichtssystem in den verschiedenen Ländern angepaßt werden müssen. Es wäre aber ideal, wenn sämtliche empfohlene Kriterien aufgenommen werden würden.

    Wir hoffen, daß es durch das Auflisten dieser empfohlenen Kriterien den Lehrern und Lehrerausbildungsstätten bewußt wird, wie wichtig das Grundwissen und Verständnis für einen akzeptablen Standard ist.

    Es wird auch gehofft, daß Schüler und Schulbehörden den Wissensreichtum und den Wert der Ausbildung von Speziallehrern erkennen werden. Hoffentlich werden sie die Lehrer auch dazu ermutigen, diese Ausbildungsmöglichkeiten voll auszunutzen.

    Manche der empfohlenen Kriterien sind wertvoll und hilfreich im Unterricht von erwachsenen Legasthenikern. Die Bewältigung der Legasthenie hängt normalerweise von einer gewissen Selbstmotivation ab und von der Hilfe, die man von Kindheit an bekommen hat. Leider erreichen viele ihr Potential nicht, und als Folge davon können sie sehr frustriert sein.

    Ratschläge für den Beruf zusammen mit bewußter Erwartung, was sie selbst erreichen wollen, sind sehr wichtig für Schulaussteiger oder Erwachsene, die einen Jobwechsel überlegen. Hilfe während der Weiterbildung oder in den höheren Schulen steht nur in wenigen ausgenommenen Ländern zur Verfügung.

    Wenn Legastheniker in einem Frühstadium ihrer Entwicklung erkannt und angemessene Maßnahmen unternommen werden, dann könnten sie mit der restlichen Bevölkerung unter mehr oder weniger gleichen Voraussetzungen in der Ausbildung und auf dem Arbeitsmarkt konkurrieren. Sie könnten durch ihre Lese-, Schreib- und Rechenschwierigkeiten versteckten Fähigkeiten zeigen und entwickeln. Legasthenie ist ein lebenslanger Zustand, aus welchem frühe Erkennung und Intervention eine kleinere Bürde machen können.

    Es liegt in der Verantwortung der Personen, die über das Wissen, wie man Legasthenikern hilft, verfügen, zu sorgen, daß die Möglichkeiten auch vorhanden sind. Dies kann am besten dadurch erreicht werden, daß jeder Lehrer über Legasthenie aufgeklärt wird, und daß die Legasthenikerlehrer eine entsprechende Ausbildung bekommen, um die Legastheniker auf ein anerkanntes Niveau zu bringen. Es wird gehofft, daß diese ‘Richtlinien’ den Weg zu diesem Standard weisen werden.